Verliebt, verlobt, … verheiratet?

Am 29.11.2014 war es nun doch so weit, mein Lebenspartner und ich entschlossen uns, bei unserem Essen zum Jahrestag unserer Beziehung, welcher sich auch schon zum 12 mal jährte, den „Bund der Ehe“ einzugehen. Der Volksmund nennt es auch Verlobung.

Na gut, gleichgeschlechtliche Paar dürfen ja, rechtlich gesehen, keine Ehe schließen, hier heißt es „Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, holzig, bürokratisch … extrem romantisch! Die Gesellschaft und die Presse tituliert es kurz „Homo-Ehe“ nicht viel besser, aber so sei es. Aber ich schweife ab…

Wie schon gesagt, wir haben uns am 29.11.2014 „verlobt“ was zu Beginn nur eine rein rationale und ein wenig auch aus der Not geborene Idee war, sollte sich schnell zu einem Wechselbad der Gefühle entwickeln … na? Neugierig? GUT!

Standesamt die Erste!

Mitte Dezember 2014 sind wir dann zum Standesamt gestiefelt, wer uns kennt der weiß, mein Partner ist Grieche, Griechenland erkennt die „gleichgeschlechtliche Partnerschaft“ als rechtliches Konstrukt, nicht an. Diese Information wird später noch wichtig, also im Hinterkopf behalten.

Wie jedes Paar, also auf heterosexuelle Paare, müssen wir auch ein paar Hürden nehmen, nicht weiter schlimm dachten wir noch zu diesem Zeitpunkt. Es sollte sich aber noch herausstellen, dass es doch nicht so trivial sein sollte. Also gut, beim Standesamt angekommen, fragten wir die Standesbeamtin welche Unterlagen wir erbringen müssen um unsere Partnerschaft zu „begründen“. Erste Verwunderung zeigte sich bei uns, als die Standesbeamtin nicht etwa in einen dicken Ordner schaute oder in einem speziellen Computerprogramm, sondern sie machte sich bei Wikipedia schlau – ja richtige gelesen WIKIPEDIA!!! Ok, man kann nicht alle Unterlagen von allen Ländern im Kopf haben, aber echt jetzt!?

Na gut, unsere Hausaufgaben schienen klar: Ich muss, als deutscher Staatsbürger, eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister vorzeigen, welche ich bei Standesamt des Geburtsort erhalten und einen Ausweis – easy, und nach einer Woche erledigt.

Bei meinem „Verlobten“ als Grieche, welcher in Deutschland geboren wurde war es schon etwas schwerer: Er muss ein apostilliertes Ehefähigkeitszeugnis oder eine Ledigkeitsbescheinigung, ebenfalls mit Apostille aus Griechenland anfordern, genauer aus der Region, wo ihn seine Eltern haben eintragen lassen. Die Herausforderung: Den Antrag für dieses Ehefähigkeitszeugnis bekommt man zwar für 20 Euro im griechischen Konsulat, aber dieses muss in Griechenland der verantwortlichen Behörde persönlich, von einem persönlich Bekannten Person oder einem bevollmächtigten Anwalt übergeben werden. Na gut umständlich, teuer, langwierig, aber bis hierhin kein Unterschied zu einem Deutsch-Griechischem heterosexuellem Paar, welches in Deutschland heiraten möchte.

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