#Langzeitbelichtung bei Tag und Nacht

Eiffelturm

Eiffelturm – 1/8 sec. bei f/6.3 und 18mm (ISO 200)

Ich war schon immer von Fotos faziniert, die mit Langzeitbelichtung aufgenommen wurde. Ich habe mich schon verschiedene Male doch recht erfolgreich daran versucht, allerdings nur bei Nacht und bei architektonischen Motive.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie macht mir diese Art zu fotografieren, neben der Mikrofotografie, am meisten Spaß. Zum einen, weil man sich mehr mit seiner Kamera beschäftigen muss, zum anderen, weil man so einige tolle Effekte einfangen kann. Ein paar meiner Aufnahmen kann man in diesem Artikel sehen.

Was ist Langzeitbelichtung?

Ich möchte mit diesem Artikel nicht detailiert erklären, was Langzeitbelichtung ist und wie man Sie nutzt. Abgesehen davon, dass es keine richtigen Einstellungen hierfür gibt, bin ich als Anfänger in dieser Materie sicherlich nicht qualifiziert hier Ratschläge zu geben. Daher möchte ich hier einfach nur das Interesse wecken, damit Ihr euch damit selber beschäftigen könnt.

Ich kann euch das Buch „Langzeitbelichtung – Bewegung auf Fotos bannen“ von Markus Kapferer empfehlen. Kostet nicht viel und enthält nützliche Tipps zu diesem Thema.

Es gibt viele Arten wie man Langzeitbelichtung einsetzen kann unter anderem um:

  1. Bewegung einzufangen (z.B. bei Wasserfällen)
  2. Menschen vor Sehenswürdigkeiten „verschwinden“ lassen
  3. Nachtaufnahmen von Sehenswürdigkeiten zu machen

 

Letzteres kann man durchaus mit Blitzgerät oder hoher ISO Aufnehmen. Aber dies hat meiner Meinung nach einige Nachteile:

  1. Je höher die ISO, desto stärker das Rauschen
  2. Ein Blitzgerät überblendet, insbesondere bei Sehenswürdigkeiten, die vorhandene Licht und zerstört die Stimmung.

 

Also lieber die Kamera auf ein Stativ stellen Blitzgerät aus, ISO runter, Blende auf und Belichtungszeit hoch. 🙂

Cathédrale de Notre Dame

Cathédrale de Notre Dame – 1,0 Sek. bei f/5,6 und 24mm

Was braucht man für Langzeitbelichtung?

Eigentlich braucht man für die Langzeitfotografie keine wirklich spezielles Equipment. Die Wahl des Objektivs hängt vom Motiv ab, natürlich sollte man eine DSLR haben, welche man auf Manuell schalten kann. Bei Nachtaufnahmen kann man es sich sogar besonders einfach machen und die Kamera auf Programmautomatik lassen.

Grundsätzlich sollte man ein Stativ haben. Sonst ist man ziemlich aufgeschmissen. Bis zu einer gewissen Belichtungsdauer kann man zwar noch die Kamera still halten, aber irgendwann geht es nicht mehr. Außerdem kann man sich nicht darauf verlassen immer eine Möglichkeit zu haben, die Kamera abzustützen. Abgesehen davon, dass man sich so sehr stark einschränkt.

Langzeitbelichtung bei Tageslicht

Ihr werdet sicher nun sagen, dann werden die Bilder zu hell und sind überbelichtet. Jepp, grundsätzlich ja, aber hier kommen sogenannte Neutraldichtefilter oder auch Graufilter zum Einsatz. Sie sind sowas wie die Sonnenbrille, die es in verschiedenen Stärken gibt. Sie reduzieren das Licht, welches auf den Sensor trifft.

Nachdem ich das oben empfohlene Buch gelesen habe, habe ich mich für folgende Filter entschieden:

  1. ND 1,8 (64x) Pro II
  2. ND 3,0 (1000x) Pro II

 

Beide von der Firma HAIDA. Es warten jetzt nicht die teuersten, ich will ja jetzt erstmal damit herumexperimentieren, aber auch nicht die billigsten. Das Problem bei den billigen ist, dass sie die Farben oft verfälschen. Diese Beiden Filter befinden sich in der Mittelklasse und haben in Foren recht gute Kritiken bekommen. Der ND3,0 Filter ist nach deren Aussage wohl leicht blaustichig (ich habe sie noch nicht ausprobiert). Wenn Ihr euch aber ein wenig mit der Materie beschäftigt, dann findet ihr schnell raus, dass auch die teuren Filter, welche einen so hohen Faktor haben, immer einen gewissen Farbstich haben. Einige gehen in Rot, andere Blau oder Grün auf. Aber diese kann man in der Regel mit Photoshop entfernen – sofern man im RAW fotografiert.

Ich muss zugeben, dass die Angaben zu den Filterfaktoren schon sehr verwirrend sind. Davor warnt aber auch schon das Buch. Der Autor hatte folgende Tabelle zur Orientierung:

Screenshot_2014-01-29-23-09-48Um diese Tabelle nun zu verstehen, muss man sich ein wenig mit manueller Belichtung beschäftigen und sich mit den Auswirkungen von Blende, ISO-Empfindlich und Belichtungszeit beschäftigen. Hierzu möchte ich ein zweites Buch empfehlen „Manuell belichten mit der Digitalkamera“ von Sam Jost.

Hier ist wichtig zu wissen, wenn ich ein Foto eine Blende heller oder dunkler fotografiere, dann verdoppele, bzw. halbiere ich die Lichtmenge die auf den Sensor trifft. Hier ist zu beachten: je kleiner die Blendenzahl um so mehr Licht kommt auf den Sensor.

Während schon eine ganze Blende ausreicht um die Lichtmenge zu verdoppeln bzw. zu halbieren verhält sich die Belichtung und die ISO-Empfindlichkeit linear. Wenn ich also die Lichtmenge verdoppeln oder halbieren will, also das Foto eine Blende heller oder dunkler haben will, dann verdoppele bzw. halbiere ich die Werte (z.B. ISO 200 <-> ISO 400 bzw. von 1/16 <-> 1/8). Aber tiefer möchte ich in diese Materie in diesem Artikel nicht einsteigen, das würde den Rahmen sprengen. Aber so habt Ihr schonmal einen Anhaltspunkt, was die Filter machen.

So jetzt genug der Theorie, jetzt werde ich erstmal bei der nächsten Gelegenheit zu Praxis wechseln und wieder Berichten 🙂 Vielleicht habe ich ja mit diesem, zugegeben recht oberflächlichen, Artikel euer Interesse geweckt, euch selber mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn ihr Euch entschließt die Bücher und die Filter zu erwerben, dann bitte ich euch dies über den Link zu tun.

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