Warum #Samsung Kunststoffgehäuse verwendet!

MolikülMan ließt es doch immer wieder. Sobald irgendwo was Über Apple oder Samsung geschrieben wir, kommen die Fanboys aus den Löchern gekrochen und bashen sich beide Lager gegenseitig. Das Apple-Lager findet Samsung scheiße, das Samsung-Lager kann dem iPhone nichts abgewinnen.

Argumente ließt man selten, wenn mal welche dabei sind, sind diese meist nicht fundiert, veraltet, nicht wahr oder stimmen nur halbwegs. Grundsätzlich kann man sagen, dass beide Lager im Grunde keine Ahnung von der anderen Seite haben. Jeder hält seine gewählte Seite als die einzig wahre und lässt nix gutes an dem anderen Gerät.

Eine Äußerung ließt man von Apple-Fans immer wieder gegen Samsung:

Samsung ist billig, die nutzen nur Plastik

Wobei „Plastik“ dem nicht ganz gerecht wird, was Samsung da verwendet. Richtig ist, dass es ein Kunststoff ist. Aber was ist Kunststoff? Erstmal ist das ein Sammelbegriff, wie Metall… sicher sollte jedem Klar sein, dass ein Smartphone nicht aus PET besteht. Genauer gesagt bestehen Smartphones von Samsung aus Polycarbonaten. Sie sind zum einem sehr widerstandfähiger und  verhältnismäßig teuer. Polycarbonat wird daher fast nur dort verbaut, wo andere Kunststoffe oder Werksstoffe entweder zu weich, zu zerbrechlich, zu kratzempfindlich, zu wenig formstabil oder nicht transparent genug sind. Es kommt in zahlreichen Gebieten zur Anwendung:

  • Brillengläser und optische Linsen
  • Streuscheiben von Autoscheinwerfern
  • Flugzeugfenster
  • Schutzscheiben in speziellen Fahrzeugen (z. B. Einsatzfahrzeuge der Polizei)
  • einbruchhemmende Verglasung
  • Unterwassergehäuse für Kameras
  • Verglasung von Wintergärten und Gewächshäusern
  • Solarpanele

…Nur um wenige zu nennen.

Zugegeben, ein Aluminiumgehäuse sieht sicherlich edel aus und macht einen höherwertigen Eindruck, aber es gibt durchaus berechtigte Gründe sich für Polycarbonate zu entscheiden:

Materialeigenschaften

Polycarbonate sind leichter, dünner, formstabiler und leichter zu bearbeiten als Aluminium. Es lässt sich mit Lösungsmitteln und Reaktionsharzklebstoffen kleben und ist ultraschall- und hochfrequenzschweißbar. Während Polycarbonate einfach in Form gegossen werden und so jede Form annehmen können, müssen Aluminium Bauteile mit hohem Druck gepresst oder ausgestanzt werden. Dies kostet viel Energie.

Zudem kommt, dass Polycarbonate keine abschirmende Eigenschaften besitzen. Das heißt die Funksignale gelangen ungehindert durch das Gehäuse. Vorallem bei der Verwendung von NFC-Chips unerlässlich. Die Signalstärke von NFC ist sehr gering, schon eine Aluminium-Folie würde das Auslesen des Tags unmöglich machen.

Ein weiterer Punkt: Die SAR-Werte bei Geräten mit Aluminiumgehäuse sind tendenziell höcher. So weist das aktuelle iPhone 5 zum Beispiel einen Wert von 0,901 W/kg auf, während das Galaxy S3 gerade mal auf 0,342 W/kg kommt. Zwar liegen beide unter dem Empfohlenen maximalwert von 2,0 W/kg, aber für den Blauen Engel sind maximal 0,6 W/kg zulässig.

(l.) iPhone 1. Gen. Mit Aluminium/Policarbinat Gehäuse (r.) iPhone 3G mit Gehäuse aus Polycarbonat

(l.) iPhone 1. Gen. Mit Aluminium/Policarbinat Gehäuse (r.) iPhone 3G mit Gehäuse aus Polycarbonat

Das gilt natürlich aber nicht nur für NFC und Mobilfunk, sondern auch für andere Funktechnologien wie WLAN, Bluetooth, etc. Aluminium schirmt alles ganz bzw. teilweise ab. Dies war zum Beispiel der Grund warum das erste iPhone im unteren Teil eine Polycarbonatabdeckung hatte. Hier befanden sich alle Antennen drunter. Nebeneffekt der geringeren Funkleistung: Der Akku wird weniger belastet.

Weiterer Punkt ist, Polycarbonat ist nicht leitend. Empfangsprobleme, wie seinerzeit mit dem iPhone 4, sind nicht möglich. Wir erinnern uns: Je nach dem, wie man das iPhone hielt war der Empfang weg, grund war das Kurzschließen über 2 im Metallrahmen verbaute Antennen.

Fazit:

Wie schon erwähnt, subjektiv wirkt ein Aluminiumgehäuse durch aus edeler und hochwertiger. Bringt aber auch viele Nachtteile mit sich. Auch könnte Samsung das Polycarbonat vielleicht etwas wertiger erscheinen lassen, bei anderen Smartphone-Herstellern geht das ja auch. Aber die Vorteile von Polycarbonaten liegen auf der Hand sind weit weg vom „billigen Plastik-Dreck“

Was aber auch viele Apple-Fans vergessen: Das iPhone 3G und das iPhone 3GS waren seinerzeit ebenfalls aus einem Polycarbonat, da war es erstaunlicherweise kein „Plastik-Dreck“ sondern ein cooles Design 😉 – Wie sich doch die Zeiten ändern *lol*

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